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Where have all the good books gone? 1: Olga Grjasnowa

 
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Eigentlich lese ich ganz gerne. Wirklich. Als Angehörige der Generation X weiß ich auch noch genau wie sich das anfühlt: Lesen, ein Buch halten, es zu erfühlen und zu tasten. Ein haptisches Erlebnis par excellence.

Früher, in meiner Kindheit, war ich ein richtiger Bücherwurm; fast schon manisch habe ich gelesen. Buch um Buch. Herr der Ringe und den Hobbit mit 11 Jahren. Das Boot mit 12 Jahren – sogar vom Winde verweht. Wow. Unglaublich, aber wahr. Und es gab so viel zu lesen.

Später bin ich dann zu den Existentialisten übergegangen: Sartre, Camus und vor allem Simone de Beauvoir. Auch Marlen Haushofers „Die Wand“ war später dabei, ebenso wie Sylvia Plaths „Glasglocke“.

Sicherlich habe ich auch immer eine Flucht- oder Parallelwelt in den Büchern gesucht, mehr aber noch Hilfestellungen, Handlungsrezepte und Entwürfe, die man sich abschauen konnte, die einer zeigen konnten, wie man es vielleicht besser machen könnte. So im Leben ..

Irgendwann war das dann durch. Also nicht die Suche nach den Handlungsanleitungen und die Hoffnung nach Verbesserungsvorschlägen, sondern die gute Literatur dazu. Es gab einfach nichts mehr oder ich fand es nicht.

Ein einziges Highlight dann – aber ein riesiges – war Harry Mulischs „Die Entdeckung des Himmels“. DAS war ein Buch. Packend, spannend, vielschichtig, mitnehmend; es brachte eine zum Nachdenken und es strömte ganz ganz viel Wissen aus. So etwas beeindruckt mich und gibt mir auch etwas.

Es war einfach das richtige Buch zu dieser Zeit. Zum Glück hatte es viele Seiten, denn ich verschlang es geradezu. Ich hatte es schon lange nicht mehr in den Händen, aber aus meiner Erinnerung heraus kann ich sagen: Absolute Leseempfehlung.

Allerdings muss ich sagen, dass ich nun, nach über zwei Dekaden (jaja, die Zeit vergeht), nochmals einen Roman meiner hochgeschätzten Simone de Beauvoir herausholte und anfing zu lesen in meiner Verzweiflung aus Mangel an Alternativen. Dazu muss man sagen, dass ich persönlich keine Kriminalromane lese oder Thriller oder auch Fantasyromane gehen an mich nicht mehr ran.

Für mich war zum Beispiel die Herr der Ringe Trilogie in der Pubertät das Maß der Dinge in diesem Genre, ich hab die Bücher (wie auch den kleinen Hobbit) zwei mal insgesamt gelesen und aus die Maus. Thrill weg oder so. Und so war es leider auch etwas mit Simone de Beauvoir. Hier kam es mir so vor, als wäre die von ihr beschriebene und erlebte Zeit für mich nun doch etwas lange her und als gäbe es aktuell keine stilistischen Mittel diese Verbindung wieder zu beleben. Sehr schade.

Nun gut. Ich startete also immer wieder Romanleseversuche, auch große Namen wie Umberto Eco, aber nüschte – nichts griff mich so wirklich, nichts berührte mich richtig.

Eines Abends kam es wieder einmal in einer illustren Runde auf dieses Thema. Wie gut, dass es hier eine echte und ausgebildete Buchhändlerin gab, für die diese Frage- bzw. Aufgabenstellung natürlich eine Steilvorlage war.

Mit (vorerst) drei Romanen gewappnet – sie hatte schon ein Vorauswahl getroffen und auch ich legte das ein oder andere Buch dankend zur Seite – ging ich also nach Hause, und die Früchte dieses Abends möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten. Vielleicht inspiriert es ja auch den / die Ein oder AnderE. Die Bücher habe ich auf Deutsch gelesen.

Beginnen werde ich mit Olga Grjasnowa und Titel ihres Buches ist: „Der Russe ist einer, der Birken liebt“.

Schon der Titel ist etwas das aufmerken lässt. Es ist ein Ausspruch, der im Buch vorkommt. Da ich ihn irgendwie melancholisch finde, kann ich den Titel auch gelten lassen. Ansonsten könnte er auch etwas bemüht und fast schon bedeutungsschwanger wirken.

Das Buch spielt in Frankfurt am Main und ich konnte mit vielen Dingen, die Grjasnowa beschreibt etwas verbinden. Ob es nun Szenen, Begegnungen oder aber überhaupt die Sprache und das Verhalten der Protagonisten war. Ich denke dies wird einigen Migranten ebenso gehen.

Die Hauptfigur ist die in ihren zwanzigern Jahre alte Mascha, die als Migrantin in Deutschland aufwächst.

Ursprünglich aus Aserbaidschan kommend, jüdischen Glaubens, wächst sie in Frankfurt auf. Und so zerrissen wie ihr Werdegang ist auch ihr (inneres) Leben und Erleben.

Zu Beginn des Buches ist sie mit einem Deutschen, Elias, zusammen. Auch dies nicht unkompliziert, aber wunderschön beschrieben, allerdings endet dies ziemlich tragisch, was sie ebenfalls sehr intensiv beschreibt. Gestützt und begleitet wird sie die ganze Zeit hindurch von ihrem Ex-Freund, Sami, und einem engen besten Freund, Cem.

Ich muss sagen, dass mich genau diese tragische Episode am stärksten berührt und getroffen hat und ich muss Olga Grjasnowa wirklich bescheinigen, dass sie Talent und einen ausdrucksstarken Schreibstil hat.

Da die Hauptfigur des Romans nach diesem starken Einschnitt Abstand braucht, geht sie – obwohl sie nur arabisch sprechen kann – nach Israel, wo sie für eine Organisation arbeitet, die kritisch-neutral die aktuellen Geschehnisse begleitet.

Grjasnowa gibt einen (vermutlich) authentischen Ausschnitt des derzeitigen Alltags der in Israel aufwachsenden Mid/Endtwenty Generation wieder. Etwas schade fand ich das etwas ätherische Ende – aber dazu müsst ihr das Buch selbst lesen.

Wenn man migrantischen Backgound hat und / oder Interesse daran und auch an Israel/Palästina, dann könnte dieser Roman ein Anlesen wert sein. Der Stil kann schon mal subtil rotzig sein, aber keineswegs möchtegern offensiv.

Ich habe das Lesen jedenfalls nicht bereut und konnte schon auch etwas daraus mitnehmen. Ein kurzweiliges Buch, welches allerdings nicht wirklich in die Tiefe geht und damit aber auch genau die Zerrissenheit Maschas reflektiert. Für mich noch kein ganz grosser Wurf, aber der kann ja durchaus noch kommen.

Falls jemand Anmerkungen dazu hat gerne her damit.

 

Olga Grjasnowa, All Russians Love Birch Trees, 283 pages

Olga Grjasnowa, All Russians Love Birch Trees, 283 pages

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I actually like reading. I really do. And as a member of Generation X I still know exactly how that feels: Reading, holding a book in my hands, feeling it, touching it. A haptic experience par excellence.

Years ago, in my childhood, I was very bookish, I read almost manically. Book after book. Lord of the Rings and The Hobbit, when I was 11. The Boat (Das Boot) when I was 12 – even Gone with the Wind. Wow. Unbelievable but true. And there was so much to read.

Later I came to the existentialists: Sartre, Camus and above all Simone de Beauvoir. Slightly later Marlen Haushofer’s “The Wall” was also on my reading list, like Sylvia Plaths “The Bell Jar”.

Reading certainly was a kind of escape – or a search for a parallel world, but even more than that I was looking for some sort of help or guidance or concepts that one could adopt, which could help doing things in a better way. In life ..

At some point this was over. Not the search for guidance or concepts and the hope for suggestions as to how to approach things, but the right literature for that. There was nothing left, or I didn’t find it any more.

One last highlight – but a big one – was Harry Mulisch’s “The Discovery of Heaven”. THAT was a book.  Enthralling, thrilling, complex, touching, it made you thoughtful and emanating wisdom. Such depth impresses me and gives me a lot.

It simply was the right book at the right time. Fortunately it has many pages because I devoured it. It has been long since I last held it in my hands, but to the best of my recollection this is a book definetely worth reading.

I recently, after more than twenty years (I know, time flies), even reread one of Simone de Beauvoir’s novels due to the overall lack of alternatives. I should add that I personally don’t read any detective fiction or thrillers. Fantasy novels also don’t speak to me any more.

To give you an example, when I was a teenager, the Lord of the Rings trilogy in my opinion set the benchmark for its genre. I read these books, as well as The Hobbit, twice – and that was that. The thrill was gone. And it was to some extent similar with Simone Beauvoir. In this case the times that she described and experienced seemed a bit too distant, and I was no longer able to relate to them in any fruitful or intense fashion. It was a pity.

Well then. Again and again I started reading novels, also by big names such as Umberto Eco, but nada – none of them spoke to me. Recently, when I was hanging with an illustrious group of friends, this topic came up. I was very lucky that one of our friends present is a bookseller by training, for whom this kind of question was a real challenge and afforded her an opportunity to shine.

That night I came home with no less than three novels. She had offered several more, but some of them I decided not to read – at least for the time being. I don’t want to keep these gems from you. Perhaps some of you find inspiration in them as well. I read all of these books in German.

Let us start with Olga Grjasnowa. The title of her book is “All Russians Love Birch Trees“. The title already captures your imagination. It refers to a phrase that comes up in the book. Since to me this sentence feels somewhat melancholic, it works for me. Otherwise I would probably dislike it because it seems perhaps a bit too eager to be deep and meaningful.

The action is set in Frankfurt, and I could connect to many things described by Grjasnowa. Be it scenes, encounters or more generally the language and behaviour of the characters – I think many other migrants will be able to connect to them.

The main character is Mascha, a twen who grew up in Germany. She was born in Azerbaijan, is Jewish, and grew up in Frankfurt. Her inner life and experience is just about as torn as her history. At the beginning of the story she is with a German guy, Elias. Their relationship is not uncomplicated. But it is depicted beautifully. However, it ends rather tragically. This is also described with much intensity and force.  During this entire time, she is supported and accompanied by her ex, Sami, and her best friend, Cem. I have to say that it was precisely this tragic episode that touched me the most. And I cannot but attest to Grjasnowa’s talent and expressive style.

Since the main character of the novel needs some distance after this rupture, she leaves for Israel although she only speaks Arabic. In Israel she works for an organization that critically but neutrally documents the developments in the region.

Grjasnowa paints what I believe is an authentic image of the current everyday life of the younger generation in Israel. Unfortunately, the ending occurred to me to be a bit weak. But you should find out about it for yourselves.

If you have a migrant background or are interested in how it affects life in a country like Germany, or if you are interested in Israel and the Palestinian territories, then this book might be worthy of your time.

The style it is written in is occasionally a bit fucked-up, but it is never over the top or pseudo provocative. I for one do not regret having read this novel and took away something from it. This is an entertaining book that touches upon tough topics, albeit never really going deeper than the surface. But my sense is that this reflects Mascha’s torn personality rather accurately. This may not be a great work of literature, but Grjasnowa seems to have the potential to at some point write it.

Should you want to share your own reading experience or add something to mine, please feel free to do so.

Olga Grjasnowa, All Russians Love Birch Trees, 283 pages

Olga Grjasnowa, All Russians Love Birch Trees, 283 pages

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Ja zapravo volim čitati. Stvarno. Kao pripadnica od generacije X isto znam tačno kako se to oseća: čitati, držati knjigu, to osetiti i napipati.

Jedan haptični doživljaj par excellence.

Prije, u moje detinjstvo, sam stvarno bila kao knjiški moljac; skoro kao manična sam čitala, knjigu za knjigu.

Na primer «Gospodar Prstenova» (Lord of the Rings) i «Mali Hobit» sa jedanast godinas, «Podmornica» (Das Boot) sa dvanaest godina – čak i «Prohujalo s vihorom» (Vom Winde verweht). Wow. Neverovatno, ali istina. I imalo je tako puno da se čita.

Kasnije sam išla po eksistencialisti: Sartre, Camus i kao prvo Simone de Beauvoir. Isto se našlo tamo «Zid» od Marlen Haushofer, takođe kao «Stakleno zvono» od Sylvia Plath (The Bell Jar).

Sigurno sam tamo isto uvek tražila beg i paralelni svet, ali više još pomoćni izvor, recept za život, nacrt kako bi se moglo bolje napraviti, živeti.

Nekad je i to imalo svoj kraj. Dakle, ne traganjem za uputstvima za postupak i nadu za racionalizatorskim predlozima, nego dobre literature (za to). Znači nije postajala interesantna literature za to ili ja nisam našla.

Jedini highlight i izuzetak – ali veliki – je bio od Harry Mulisch «Otkrivanje nebesa» (Die Entdeckung des Himmels). TO je bila knjiga. Uzbudljivo, napeto, višeslojan (kompleks), dodirljivo; dovelo te do razmišljanja i isticalo je mnogo puno znanja. Tako nešto me impresionira i daje mi isto nešto.

Bilo je jednostavno prava knjiga za to vreme. Imala je, fala bogu mnogo strana, zato šta sam ja gutala strane. Taj roman nisam imala već dugo vremena u rukama, ali šta još pamtim: absolutna preporuka.

Doista moram kazati, da sam, posle dvadeset godina (da, da vreme trči), ponovo jedan roman od moju poštovanu Simone de Beauvoir izvadila i počela čitati zato što nisam imala neke alternative. Za to, mora da se kaže, da ne volim čitati krimić ili thriller a i Fantasyromani me ne oduševljaju više.

Za mene je bilo od prilike «Gospodar Prstenova» (Lord of the Rings) vrhunski i u tom žanru posle toga ništa više nije došlo za mene. Trilogiju i Mali Hobit sam čitala dva puta, i to je stvarno to. Nisam imala više interesa. I tako je bilo sada po malo, na žalost, sa Simone de Beauvoir.

Imala sam utisak da je njeno doživljeno i opisivano vreme pre daleko od mene i kao da nema aktualno neki stilistični način tu vezu oživeti. Jako žalostno.

Ma dobro. Ponovo i ponovo sam pokušala neke romane, isto velika imena kao Umberto Eco – ali ništa.. ništa me nije ugrabilo ili dotaknulo.

Jedno veče se opet došla na tu temu u krugu prijatelja. Dobro, da se među njima isto nalazila istinski jedna izučena književnica.  To je bila super zgoda za nju, da mi prezentuje neke od njene faforite.

Sa (za sada) tri romana na tovarena – ona je već pre izabrala neke a i ja sam nekoliko knjiga odbila sa zahvaljenjem – sam otišla kući. Plodovi te večeri ne želim da se sakrije od vas. Možda će to isto jednog ili drugu (osobu) da inspirira. Knjige sam čitala na nemačkom.

Počet ću sa Olga Grjasnova. Titula knjige je: «Rusi vole breze». Knjiga je isto prevedena na engleski: «All russians love birch trees» i na srpsko-hrvatski. Preveo ju je Marko Žarić.

Već titula je interesantna. Ta izjava se isto nađe u knjizi, meni se čini nekako melanholična, zato mogu to isto podneti. Inače bi mi se činio malo premoren i pre važan.

Tema se odigrava u Frankfurtu, i mogla sam sa puno stvari koje Grjasnova opisiva nešto da otpočnem. Da li su to bile scene, susreti, ili uopšte jezik i ponašanje protagonistkinje. Mislim da će to biti isto kod drugih Migranata tako.

Tu je Maša, koja je u dvadesetih godina, ima nemačke korene, jevrejsko verovanje, i ona je odrasla i živi u Frankfurtu. Kako razstrzan njen tok priče tako je isto njen daljni život i doživljaj.

Na početku romana Maša je u vezi sa nemcem Eliasom. I to nije bez komplikacije, ali je jako lepo opisivano, doista će ta veza tragično razkinuti. I to opisiva Grjasnowa veoma intenzivno.

Njen bivši dečko, Sami, i njen najbolji prijatelj Cem, je podržavaju preko cele priče.

Moram da priznam da me ta tragična epizoda naj jače dodirivala i pogodila. I moram posvedočiti Grjasnowa, ima talent i izražajan pismeni stil.

Maša se odlući da ide za izrael, i ako zna samo arabski da priča , zato što treba posle te katastrofe odstojanje. Ona radi za jednu organizaciju, koja kritično i neutralno prati događaje tamo.

Grjasnova daje (verovatno) veomo autentični izrez od aktualnog, svakidašnjek od današnje mlade generacije koja sada odraste tamo.

Za mene je kraj knjige malo žalostan – on mi je malo previše nebulozan – ali čitajte sami.

Knjiga je pogotovo intersantna , bar po mom mišljenju, za ljude koje imaju migrantnu pozadinu ili su za tu problemtiku zainteresirani, ili koji su zainteresirani za konflikt Izraela i Palestine.

Stil je donekle subtilno ofensivan, ali ne previše i zato ne izpada veštački. Ja se svakako nisam kajala da sam čitala roman i mogla sam za sebe nešto izvući.

Bilo je zabavno, i ako tema ne ide do dna ali time knjiga i tačno reflektira raztrzanost Maše. Za mene nije Roman najvišli hitac, ali to se može u nekom budućim romanu od Grjasnova da se desi..

Kad imate neke primedbe – slobodno pišite.

 

Olga Grjasnova, Rusi vole breze, 283 strane

Olga Grjasnova, Rusi vole breze, 283 strane 

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